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Bilderserie: Silvio Köhle, Stein am Rhein
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Sekundarschulanlage Spiegelfeld in Binningen

Die Sanierung von in die Jahre gekommenen Schulanlagen, meist aus den 1960er Jahren, stellt eine besondere Herausforderung an die Architekten dar. Die heute erhöhten energetischen und technischen Anforderungen sowie die geänderten Unterrichtsformen stellen die bestehenden Typologien und deren Erhalt oft in Frage. Dabei sind doch gerade diese Anlagen Zeitzeugen der Bauaufgabe Schulbau. Die Schulanlage Spiegelfeld in Binningen verdient in diesem Zusammenhang ein spezielles Augenmerk. Das erste, 1962 in Betrieb genommene Gebäude von Georges und Mirjam Kinzel wurde 1965, im Zuge der notwendigen Integration des Progymnasiums, um den Trakt Nord von Max Rasser und Tibère Vadi erweitert. Der prägnante Betonbau mit seiner gerasterten Fassade bildete den neuen Mittelpunkt der Schulanlage. Mit der präzisen Setzung des Volumens konnten die bereits bestehenden topographischen Bedingungen weiter unterstrichen, sowie die rechtwinklige Anordnung der bestehenden Schultrakte weitergeführt werden. Die wiederum konsequente Aussenraumgestaltung, in der die Pausenanlagen auf verschiedene Terrassen zu liegen kommen, eröffnen vielfältige Wegführungen und erlauben spannende Durchblicke. In derselben Formensprache gelang es, die in der ersten Etappe der Komplettsanierung ausgeführte, behindertengerechte Erschliessung ideal in die bestehenden Strukturen einzupassen.

Bereits 2002 wurde der Trakt Nord in das Bauinventar des Kantons Basel-Landschaft als kantonal zu schützendes Objekt aufgenommen. Die Grundrissgliederung, mit ihrem auf 4×4 Quadraten aufbauenden Raster, besticht heute durch ihre hohe Flexibilität, welche auf Rasser und Vadis Weitsicht beruht. Mit der Sanierung können die Ansprüche an einen zeitgemässen und modernen Schulraum bestens erfüllt werden. Die Instandstellung der Fassade führt das Gebäude zum ursprünglich sorgfältig geplanten architektonischen Ausdruck zurück, ohne die heutigen energetischen Anforderungen zu missachten. Mit der Sanierung des Traktes Nord und der Aula, der ersten Etappe der Komplettsanierung, gelingt es dem Hochbauamt Baselland als Bauherr und den Architekten Vischer AG Architekten + Planer in Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege einen Zeitzeugen zu erhalten. Sie leisten dadurch einen wertvollen Beitrag zum Erhalt charakteristischer Bausubstanz.

In diesem Sinne zeichnete der Baselbieter Heimatschutz die Sekundarschule Spiegelfeld als vorbildliche Leistung im Umgang mit werthaltiger Architektur aus.

Dokumentation zu den Sanierungsarbeiten